Es gibt Tage, da fühle ich mich wie Meisterin Eder mit ihrem Pumuckl (unerklärliche Phänomene finden in der Wohnung statt, aber der Missetäter ist unsichtbar). Oder vielleicht wie jemand der Mäuse im Kartoffelkeller hat, die er noch nie gesehen hat, deren Existenz er aber durch ihre Hinterlassenschaften vermutet. So ähnlich ist das doch recht harmonische Zusammenleben mit Herrn XY, das ich als Fotoband in Planung habe - mit einer Scheibe Gouda als Gratis-Lesezeichen. Hier ein kleiner Auszug. (Nein wirklich - das ist nur ein kleiner Bruchteil!)
Bild 1: Scharfer Senf im Schuhregal.

Nein, kein praktischer Tipp von
hausgemacht.tv ("Mostrichfarbene Schuhe sehen wieder aus wie neu, wenn man sie mit Senf poliert."), sondern ein klarer Fall von Multitasking. Herr XY verspürt beim Schuhezubinden auf dem Weg zum Yoga (woran er nicht mehr teilnimmt, seit er die Lehrerin fragte, ob er jetzt die Übung "Rolliges Eichhörnchen" einnehmen müsse) ein leichtes Hungergefühl. Weil er Würstchen nur mit Senf essen kann und wir schon zu spät dran sind, bleibt die Tube gleich handlich und immer griffbereit im Schuhregal.
Bild 2: Einsame Pfeffersalamischeibe auf Küchenfußboden vor dem Kühlschrank.

Hinterlassenschaft einer mitternächtlichen Zwischenmahlzeit Herrn XYs im Dunkeln. Böse Rutschfalle, auf die tretend ich mir morgens auf dem Weg zur Kaffeemaschine hätte das Genick brechen können.
Bild 3: Krümelteller. Unter der Bettdecke.

Was sich nicht so alles anfindet beim morgendlichen Bettenmachen. (Bevor die Frage kommt - ja, wir besitzen Nachttische und auch einen Fußboden, auf die man den Teller hätte abstellen können.)
Ohne Frage wird sich Herr XY an mir rächen. Vermutlich fällt mir morgen zufällig eine Wassermelone von der Garderobe herunterrollend auf den Kopf oder werde von einem in der Dusche baumelnden Serrano-Schinken erschlagen.
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