bananaheader0309 the banana skirt chronicles

Tuesday, March 12, 2013

Kaffeesätze

(Tischnachbarinnen im Café...)
Frau 1: "Ich hab es ja nicht so mit diesem Eso-Kram, kennst mich ja."
Frau 2 nickt.
Das Handy von Frau 1 klingelt, sie hebt ab, wirft aber, bevor sie sich meldet, Frau 1 noch zu:
"Wollt ich dir die ganze Zeit sagen, du musst die Kinder entmagnetisieren, dann sind sie ruhig."
Frau 2 nickt, ich dagegen stelle mir Vladimir-Bastian und Sophia-Marie vor, die über und über mit Büroklammern, Schlüsselbunden und anderen Dingen kleinen metallischen Dingen behängt sind, die sie magnetisch angezogen haben.
Frau 1 legt auf.
"Das war die Manong," ('Manon'?). "Die hat mich letztens erst abends angerufen. Also wirklich, da jagte ein Kracher den anderen. Was haben wir gelacht."
Frau 2 nickt.
"Da hat sie gesagt: 'Du, ich lege dir mal eben die Karten.' 'Manong,' sach' ich, 'sach' mir jetzt nicht, dass du das kannst und das ich der falschen Frau €3.000 Euro gezahlt habe (!!!), damit sie mir was über meinen weiteren beruflichen Werdegang erzählt!' 'Doch,' sacht die Manong 'Ich mach das mal jetzt eben.' Und dann hat sie mir die Karten gelegt. Am Telefon. Dann sacht mir die Manong, ich bin ein Mensch, der anderen Menschen dabei hilft, richtig reich zu werden. Die könnten durch meine Hilfe Reichtümer anhäufen ... Das wäre meine Bestimmung im Leben. Erstaunlich, oder?"
Frau 1 guckt Frau 2 ernsthaft an, selig lächelnd, froh, nun endlich ihre Bestimmung im Leben zu kennen.  Frau 2 sieht sie erfürchtig mit aufgerissenen Augen an.

Wow, 'Manong', so subtil hat wohl noch niemand seiner Freundin mitgeteilt, dass sie eine hohle Nuss ist und einer Schwindlerin 3.000 Euro in den Rachen geworfen hat. Es war etwas zu subtil, wie ich befürchte.


Thursday, February 28, 2013

Umweltengel

"Ist das im Angebot?"

Fragt eine zickige Stimme den Kassierer unseres Stammdrogeriemarktes, als er mein Riesensuperdupersparpaket Toilettenpapier über den Scanner zieht.
 Eine Frau, Mitte/Ende 40, die ich schon öfter in unserem Viertel gesehen habe und die mir immer wieder wegen ihres exzentrischen Kleidungsstils auffällt, deutet auf die geschätzten 50 Rollen Papier. Im Sommer trägt sie gerne riesige Blumen und pfundweise lange Ketten, heute ist sie der Temperatur angemessen warm gekleidet – um die enge schwarze Skimütze hat sie einen ca. 30cm hohen Turban geschlungen, die schicke enge, hellblaue Steppjacke und schwarze Hose kontrastieren stilmäßig mit einem als Rock um die Hüfte gewundenen Indioschal und braunen Fransenstiefeln, abgerundet wird das Ensemble durch eine getönte Nickelbrille. Hipster meet Hippie meets Fahrradkurier.

"Nein, das haben wir eigentlich immer."
"Aber da steht doch drauf: 'Riesensuperdupersparpaket'!"
 Der Kassierer zuckt mit den Schultern.
"Jedenfalls ist es gebleicht, ich frage mich, wie da das Umweltsiegel drauf kommt," trötet sie vorwurfsvoll laut in die Runde.
Der Kassierer und ich grinsen uns an, die Frau ist zu sehr mit ihrer Empörung und Kleingeldzählen beschäftigt, um uns zu bemerken.
Ihr Biomüsliriegel wird eingescannt.
"49 Cent."
"Hier, ich habe es passend!"
Auch das klingt nach Vorwurf, vermutlich hat sie auch noch flugs die benötigten Wattstunden durchgerechnet, die meine EC-Karten-Zahlung gerade gekostet hat.
"Kassenbon?" fragt sie der immer noch freundliche Drogerieangestellte.
"Ja bitte..."
Für 49 Cent. Ich will gerade scherzhaft anmerken, dass das ja wohl totale Papierverschwendung sei, da spricht sie schon weiter:
"...der ist immer so lang, da kann man sich noch was drauf notieren!"
Der Kassierer reisst sich absolut bewunderungswürdig zusammen und reicht Ihr den Zettel.
"Oh! Der ist ja gar nicht mehr so lang! Früher konnte man damit doch immer noch was gewinnen, da war er größer!"
Engelsgeduldig will ihr der Verkäufer erklären, dass die Aktion abgelaufen ist, aber sie ignoriert ihn.
Ich packe immer noch ein, natürlich extra langsam und sorgfältig, um nichts zu verpassen. Stimmt, letztes Jahr konnte man jede Woche ein Auto gewinnen. Aber was will die denn mit einem ...
"Gewinnen, genau! So einen VERGASER! Als ob davon nicht schon genug durch die Gegend fahren!"
Jetzt kann sich auch der Kassierer nicht mehr zusammenreissen und tarnt einen entweichenden Lacher sehr wenig überzeugend mit einem Husten. Das hat der personifizierte Umweltengel dann doch mitbekommen.
"Ich sage immer, was ich denke!" und rauscht mit ihrem Müsliriegel an mir vorbei durch die Tür.

Was übrigens noch mehr Papier, Druckerschwärze und vor allem Geld spart?
Wenn man die Hochglanzzeitschriften gleich vor Ort im Laden liest. Damit war sie nämlich eine halbe Stunde beschäftigt, während ich meine Einkäufe zusammensuchte.

Friday, February 22, 2013

Jede gute Tat wird bestraft.

"Klingeling!!!" 
"Ja?"
"Frau Fitz, ich habe hier ein Paket für Sie...und kann ich noch eines für Buttgereit abgeben?"
"Klar, ich kommen Ihnen entgegegen!"
Im dritten Stock treffe ich auf den Paketpoten, der einen Karton in der Größe einer Schuhkommode mit einem riesigen Erschöpfungsschnaufer über den Treppenabsatz schiebt. 
"Hier ist Ihre Sendung..." Er übergibt mir – ungelogen – einen DINA5-Umschlag.
"Und das ist das Paket für Herrn Buttgereit..."
Er deutet auf die Box in Schuhkommodengröße. Hebt den Karton an, drückt ihn mir in die Arme, die zu kurz sind, um ihn richtig fassen zu können. Ich schwanke. Laut Abbildung auf der Vorderseite ist keine Schuhkommode drin, aber ein Designer-Schreibtischstuhl aus Leder und Stahl.
"Ähm, soll ich den jetzt etwa in den 5. Stock tragen?"
1,85 Meter auf etwa 110 Kilo geballte Muskelkraft gucken mich verständnislos an.
"Hmmm, ja..."
"Tut mir leid, aber den krieg ich da nicht hoch."
"Na gut..." Und läuft übellaunig grummelnd hinter mir her.

Und Herr Buttgereit freut sich sicher auch, den Stuhl bei uns im 5. Stock, statt im Laden im Erdgeschoss abholen zu dürfen.

Monday, December 17, 2012

"Heute geht die Welt unter!"

So oder so ähnlich titelte die BILD Zeitung schon mal vor ca. 100 Jahren, als ich in der 5. oder 6. Klasse war.
Da meine Eltern die BILD aber nicht lasen, fuhr ich völlig ahnungslos ob des drohenden Unglücks auf meinem Fahrrad zur Schule. Nicht ahnend, dass die Menschheit den nächsten Sonnenaufgang nicht mehr erleben würde. Die Eltern meiner Mitschüler waren jedoch nicht so ignorant, weshalb ich noch vor Beginn der ersten Stunde davon informiert wurde, dass wir alle dem Tode geweiht waren. Es gab auf dem Schulhof kein anderes Thema.
Im Gegensatz zu mir schienen das aber alle anderen gut wegzustecken.

Die Welt geht unter. Oh Gott.

Ab der ersten Stunde saß ich völlig apathisch auf meinem Stuhl, schaute aus dem Fenster und beobachtete bang das Wetter. Wie würde die Welt untergehen? Warum hab ich Marina nicht nach Details gefragt??? Jetzt fängt es an zu nieseln, saufen wir vielleicht alle ab? Ein Feuerball? Erdbeben? Die Information allein hatte mich schon so geschockt, dass ich nicht daran gedacht hatte, mich näher zu erkundigen.

Die restlichen Schulstunden zogen an mir vorbei, ohne, dass ich vom Stoff irgendetwas mitbekam. Das war zwar sonst auch oft so, aber diesmal zogen keine pinkfarbenen Barbie-Häuser durch meine Tagträume, sondern Bilder à la Hieronymus Bosch. Schreiende Menschen. Brennende Häuser.
In meiner Panik fragte ich mich nicht mal, weshalb die Lehrer trotz des bevorstehenden Weltuntergangs einfach Unterricht nach Vorschrift machten ...
Was, wenn ich es nicht mehr rechtzeitig nachhause schaffen würde? Würde ich meine Familie je wiedersehen? Und wenn ja, würden uns meine Eltern die Weihnachtsgeschenke schon vorher geben, weil wir das Fest ja offensichtlich nicht mehr erleben würden?
Und wieso waren die Lehrer alle so gelassen? HATTEN DIE DENN DIE BILD NICHT GELESEN?

Meine Klassenlehrerin traute ich mich auch nicht zu fragen ... Beim letzten Mathetest hatte ich eine komplette Seite übersehen und eine 5 bekommen. Nur durch den ...ähm... sehr engagierten Einsatz meiner Mutter durfte ich den Test wiederholen, seitdem war das Verhältnis zwischen mir und Frau S. ziemlich angespannt. Sie hielt mich eh schon für etwas doof, da musste ich ihr Urteil nicht auch noch mit einer Frage nach dem Weltuntergang bestätigen.

Nach schier unendlichen Unterrichtsstunden durften wir endlich nachhause. Ich trat so schnell in die Pedale, wie ich konnte, um noch vor dem Weltuntergang nachhause zu kommen. Trotzdem wurde ich noch von meinem Klassenkamerad Hubert überholt, der mir grinsend ein "Bis morgen! Vielleicht ...", zurief.
Ich fuhr noch schneller.

Zuhause angekommen rückte ich aber immer noch nicht mit der Sprache raus. Ich quälte mich durch Mittagessen und Hausaufgaben (deren Sinn ich in unserer damaligen Situation ja nicht so ganz einsah, aber ich war ein pflichtbewusstes Kind). Und durch die Krankengymnastikstunde, die ich wegen meiner schlechten Haltung aufgebrummt bekommen hatte.
Als nach 60 Minuten Kerze machen, über Balken laufen und auf Zehenspitzen gehen dann draußen der Regen heftiger wurde, brach ich schließlich zusammen und vertraute mich meiner Mutter an. Die tatsächlich den ganzen Tag nicht davon gewusst hatte, dass uns das große Ende bevor stand. Und was mich beruhigte waren damals tatsächlich ihre Worte "Wohin soll die Welt denn bitte untergehen?"
Hm. Das hatte ich nicht durchdacht.

Heute würde mir da eine ganze Menge einfallen, aber damals hatte ich von Atomunfällen, Altersversorgung und PUR ja noch keine Ahnung.






Thursday, November 22, 2012

So wird es also aussehen ...


... das Cover meines ersten "Papierbuchs", das am 22.April 2013 bei Blanvalet erscheint.

Bis dahin ist noch ein bisschen was zu tun. Aber nicht mehr viel.

Wie mein Vater so schön sagte: "Wieso kann Bettina Wulff in nur ein paar Monaten so ein Buch rauskloppen und auf deines müssen wir so lange warten???"
Tja. Die tippt bestimmt schneller als ich.

Wednesday, February 08, 2012

Mein Vater, der Held

Immer, wenn ich zu meinen Eltern fahre, steht auch ein Besuch in einem großen schwedischen Möbelhaus an, dessen Filiale kaum günstiger liegen könnte.
Außerdem ist es mit Sicherheit die leerste Filiale, die das Unternehmen betreibt. An guten Tagen schafft man es in nur einer halben Stunde, das, weswegen man eigentlich gekommen ist, nicht zu finden und mit dem obligatorischen Päckchen Servietten die Kasse zu passieren.
Auch an diesem Morgen sind mein Vater und ich besonders schnell und früh dran, dennoch hat sich an der einzigen geöffneten Kasse (ja, es ist auch die einzige Filiale, die sich das Öffnen von nur einer Kasse leisten kann) schon eine moderate Schlange gebildet. Es geht nur schleppend voran und der Mann vor uns, der "nur mal eben so" seine Schrankwand bezahlen will, verdreht bereits die Augen. Als er dann an der Reihe ist, erfahren wir auch den Grund für die langsame Abfertigung – im Zuge einer Marktstudie werden bei den Kunden die Postleitzahlen erfragt und von der Dame an der Kasse in Zeitlupentempo sowie mit höchster Konzentration in ein Gerät eingegeben. Der Herr vor uns gibt bereitwillig Auskunft.
Dann werden wir abkassiert und von der leicht überfordert wirkenden Marktangestellten ebenfalls nach unserer Postleitzahl befragt. Ich öffne schon den Mund, um meine Angaben zu machen, aber mein Vater ist schneller.
"47..."
Kassiererin tippt.
"...11."
Kassiererin tippt.
Sie guckt erwartungsvoll von ihrem Eingabegerät hoch.
Mein Vater lächelt.
"4711...," wiederholt sie laut, guckt ihn noch mal abwartend an, denn zur Postleitzahl fehlt ja noch eine Ziffer. Dann scheint der Groschen plötzlich zu fallen.
"Also hören Sie mal – wenn Sie bei der Marktforschung nicht mitmachen wollen, dann sagen sie das doch einfach! Wir brauchen Ihre Angaben doch nur, damit wir wissen, wie gut unsere Kataloge in welchen Einzugsgebieten funktionieren."
"Ich lasse mir doch nicht vorschreiben, wie ich eine Frage beantworte!"
"Aber Sie bringen doch das ganze System durcheinander!"
"Ist mir egal, ich will doch einen Weltkonzern nicht auch noch freiwillig mit meinen privaten Daten füttern!"
Hinter uns die Schlange wieder angewachsen, Kunden scharren ungeduldig mit den Füßen.
"Jetzt muss ich das alles wieder aus dem System löschen...also wirklich, wegen einer Postleitzahl muss man sich doch nicht so anstellen," jammert die Dame an der Kasse, während wir unsere Papierservietten unter den Arm klemmen.

Nächstes Mal besuchen wir die Telekom.

Friday, January 06, 2012

Der Kaugummi unter dem Schuh des Lebens

Der Kaugummi unter dem Schuh des Lebens
Und da ist es schon – mein E-Book Nummer 2!
Wie bereits "Geständnisse einer Nichtgeradesuperheldin" basiert auch "Der Kaugummi unter dem Schuh des Lebens" auf meinen litchi7-Tweets. Wer die noch nicht kennt oder sie noch mal fein lektoriert und ohne Schreibfehler lesen möchte, der wird ab heute bei iTunes fündig.